Anti-Gewalt-Training (AGT) / Anti-Aggressivitäts-Training (AAT)®

Die Zielgruppe sind junge Gewalttäter zwischen 18 und 30 Jahren, die mehrfach durch Gewaltdelikte aufgefallen sind und in der Regel eine gerichtliche Auflage für das Training haben.

Das Training geht über einen Zeitraum von fünf Monaten, beinhaltet bis zu 95 Behandlungsstunden und erfüllt die AAT-Standards. Das AGT ist ein lerntheoretisches Verhaltenstraining und basiert auf den Ansätzen der konfrontativen Pädagogik.

Unser AGT orientiert sich in an den Standards des Anti-Aggressivitäts-Trainings® nach Prof. Dr. Jens Weidner.

  • Das AGT ist im Bereich tertiärer Prävention anzusiedeln. Behandlung unter Zwang wird als sekundäre Einstiegsmotivation akzeptiert. Durch eine spannende Trainingsgestaltung soll beim Probanden innerhalb von vier Wochen eine primäre Teilnahmemotivation erreicht werden.
     
  • Die Zielgruppe umfasst Menschen, die sich gerne und häufig schlagen und Spaß an der Gewalt zeigen, z.B. Hooligans, rechtsextreme Skin-Heads, schul- und stadtbekannte "Schläger". Sie müssen kognitiv und sprachlich dem Programm folgen können.
  • Zunächst erfolgt ein Vorgespräch, um dass Gewaltproblem geanu zu differenzieren. Im Anschluss wir ein sogenannter FAF Test durchgeführt. Dieser psychologische Test dient der genauen Beschreibung der aggresiven Verhaltensweisen.
     
  • Die Gruppenleitung besteht aus zwei TrainerInnen, davon eine/r mit qualifizierter AGT/CT bzw.  AAT/CT-Zusatzausbildung.
     
  • Der Trainingseinstieg betont die Motivationsarbeit durch Tätergespräche und erlebnispädagogisches Übungen, sowie eine spannende, konfrontative Gesprächsführung. Der zeitliche Rahmen beträgt bei einer Gruppe von bis zu 10 Teilnehmern ca. 80 Stunden. Ein Einstieg ist jederzeit möglich, da es sich um ein offnenes Konzept handelt.
     
  • Die Trainingsinhalte umfassen folgende Eckpfeiler: Einzel-Interviews, Analyse der Aggressivitätsauslöser und Gewaltrechtfertigungen. Tatkonfrontation und Provokationstests, Opferbriefe, -filme, -aufsätze zur "Einmassierung“ des Opferleids, Distanzierungsbrief an die gewalt-verherrlichende Clique.
  • Das AGT folgt einem optimistischen Menschenbild: den Täter als Menschen akzeptieren, bei gleichzeitiger Ablehnung seiner Gewaltbereitschaft.

Wesentliche Inhalte des Trainings sind:

  • Aufarbeitung der Straftaten
  • Aufbau von Opferempathie
  • Vermittlung von Handlungsalternativen, die konfliktträchtige Handlungssituationen „entschärfen“
  • Biographische Aufarbeitung der Lebensgeschichte
  • Provokationstests