SPD: Fachzentrum Faust leistet wertvolle Arbeit in der Gewaltprävention

Mit dem Thema häusliche Gewalt haben sich Vertreterinnen der SPD-Kreistagsfraktion bereits in der Vergangenheit intensiv auseinandergesetzt. Dazu zählten neben den Besuchen bei den Frauenberatungsstellen in Stadt und Landkreis Osnabrück auch die Teilnahme an verschiedenen Diskussions- und Infoveranstaltungen. „Bislang haben wir uns nahezu ausschließlich mit den Opfern häuslicher Gewalt auseinandergesetzt. Also mit Frauen, die Gewalt erfahren haben, und wie ihnen geholfen werden kann“, so Jutta Olbricht, Vorsitzende des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie. „Da wurde es mal an der Zeit, sich mit der Rolle und vor allem dem Hilfeangebot für die Täter zu beschäftigen.“ Schnell stießen sie dabei auf das Fachzentrum Faust, eine Einrichtung der Diakonie Osnabrück Stadt und Land gegen Gewalt und für Täterarbeit und Opferschutz. Zu den Angeboten des Fachzentrums Faust zählen Deeskalationstrainings, Anti-Gewalt-Trainings und die Täterarbeit bei häuslicher Gewalt, wie Jutta Olbricht und Anne Christ-Schneider, sozialpolitische Sprecherin der SPD/UWG-Gruppe, während eines Gespräches im Kreishaus erfuhren. Auch die interaktive Ausstellung „Rosenstraße 76“ verdeutlicht den gewaltpräventiven Ansatz des Aufgabenbereiches. Der Einrichtungsleiter des Fachzentrums Faust, Burkhard Teschner, und die Sozialarbeiterin und -pädagogin, Andrea Gebbe, berichteten über ihre Aufgabenschwerpunkte, ihre Kapazitäten  und Auslastung, und über Erfolge, die sie bereits in der Vergangenheit erzielt haben. Demnach bekam das Fachzentrum Faust im Jahr 2017 649 Faxmitteilungen von der Polizei über erfolgte Einsätze in Verbindung mit häuslicher Gewalt. Hiervon zählten 403 Fälle zu ihrer Zielgruppe. Im weiteren Verlauf erfolge dann in der Regel eine schriftliche Kontaktaufnahme mit dem Täter, beschreibt Andrea Gebbe. Ihm werde Hilfe angeboten, von denen im vergangenen Jahr dann 16 von ihnen zu einem Erstgespräch erschienen sind. Insgesamt seien 41 Erstgespräche vereinbart worden. Danach erfolge die Einschätzung, ob der Täter für das Gruppenangebot geeignet sei. „Leider haben wir für die Teilnahme an unserer Gruppe Wartezeiten von zwei bis zu sechs Monaten, da insgesamt die Nachfrage nach unserem Angebot deutlich höher ist als unsere Kapazitäten“, so Gebbe weiter.  Um die Motivation hinsichtlich einer Verhaltensänderung aufrecht zu erhalten, biete das Fachzentrum Faust zur Überbrückung der Wartezeit Einzelgespräche an.  Bei Personen, die infolge einer richterlichen Weisung oder Auflage an einer Behandlung teilnehmen müssen, gebe es eine enge Kooperation mit der hiesigen Staatsanwaltschaft und dem ambulanten Justizsozialdienst, hebt Burkhard Teschner hervor. Auch mit den Frauenberatungsstellen und der Beratungs- und Interventionsstelle für Häusliche Gewalt (BISS) sei eine gute Vernetzung vorhanden. Dass nur wenige nach einer Kursteilnahme in das alte gewalttätige Verhaltensmuster zurückkehren, sei ein Zeichen für eine erfolgreiche Arbeit, urteilte Anne Christ-Schneider und versprach, sich in Zukunft für ein stärkeres Engagement des Landkreises Osnabrück einzusetzen.   

von links: Jutta Olbricht, Anne Christ-Schneider, Burkhard Teschner, Andrea Gebbe.

Foto und Text: Corinna Eden, SPD Kreistagsfraktion